Bericht der
Eschweiler Nachrichten
vom 15. Februar 2003

Schulneubau durch privaten Geldgeber

Erstmalig im Regierungsbezirk Köln

Kreis Aachen (jg). Als erster Kreis im Regierungsbezirk Köln finanziert der Kreis Aachen einen Schulbau mit einem privaten Investor. Das Millionen-Projekt war europaweit ausgeschrieben worden. Den Zuschlag erhielt eine Firma aus der Region: die Nesseler Grünzig Bau GmbH.

Das Aachener Unternehmen hatte sich zusammen mit der Südleasing GmbH an der Ausschreibung für die Erweiterung des Berufskollegs in Eschweiler beteiligt. Der Bau soll bereits zu Beginn des Schuljahres 2004/2005 fertig sein. Die Kosten liegen bei rund 6,27 Millionen Euro. Die Bietergemeinschaft baut und finanziert das Gebäude, der Kreis zahlt es anschließend 30 Jahre lang ab. Im Jahr 2004 zahlt der Kreis ein Nutzungsentgelt von 75.000 Euro, bis 2008 wird der Kreishaushalt mit 300.000 Euro jährlich belastet. Im Jahr 2033 enden die Leasingzahlungen und der Bau geht in das Eigentum des Kreises über.

"Ich bin sehr froh, dass ein Unternehmen aus der Region den Zuschlag erhalten hat", erklärte Landrat Carl Meulenbergh jetzt bei der Vertragsunterzeichnung. Auf diesem Wege trage der Kreis dazu bei, dass Arbeitsplätze erhlaten bleiben und die Region gestärkt wird. Denn die Nesseler Grünzig Bau GmbH hat sich verpflichtet, auch bei der weiteren Folgebeauftragung einzelner Gewerke Unternehmen der Region zu berücksichtigen, bekräftigte deren Geschäftsführer Joachim Nesseler.

Die Erweiterung des Berufskollegs in Eschweiler ist dringend erforderlich. Es platzt aus allen Nähten. Die Schülerzahl ist von 1398 im Jahr 1989 auf mittlerweile 2042 angestiegen. Darüber hinaus insbesondere im Vollzeitschulbereich ist ein weiterer Anstieg prognostiziert. Meulenbergh: "Ich bin mir der Verantwortung bewusst, auch in konjunkturell schlechten Zeiten in Bildung zu investieren.
Die Jugendlichen haben ein Anrecht auf eine optimale Aus- und Weiterbildung. Für diese Zukunftsaufgabe trete ich persönlich ein." In die Einrichtung der Schule muss der Kreis rund 1,5 Millionen Euro investieren. Die Attraktivität der Schule wird duch eine Caféteria und ein Offenes Lernzentrum gesteigert.

"Ich sehe in dieser Finanzierungslösung eine innovative Möglichkeit auch für die kreisangehörigen Kommunen, trotz schwieriger Haushaltslage notwendige Investitionen durchzuführen."
Carl Meulenbergh, Landrat.

Aufgrund der augenblicklichen Konjunktur und der äußerst günstigen Zinsentwicklung liegt die Auftragsvergabe sogar unter den veranschlagten Kosten. Die Bausumme konnte um rund 180.000 Euro reduziert werden.

Die geplante Erweiterung des Kreishauses ist zurzeit ebenfalls im Rahmen eines Investorenmodells ausgeschrieben.