Unterrichtsende nicht bemerkt

- Chinesische Manager informieren sich am Berufskolleg Eschweiler -

"Handlungsorientierte Unterrichtsmethoden in China, einem Land, wo konfuzianistische Traditionen eher Frontalunterricht erfordern - geht das überhaupt?, fragte Schulleiter Oberstudiendirektor Reinhard Ernst die chinesischen Manager. Die Gäste zeigten sich jedoch sehr aufgeschlossen. Sicherlich erklärten sie, erschweren kulturelle Bedingungen die landesweite Umsetzung, jedoch möchten wir gerne von den Deutschen lernen.

Im Rahmen des Projektes "Ausbildung von Managern mittelgroßer Unternehmen" (AMMU), das von der "Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ)" für Fach- und Führungskräfte in den Provinzen Hunan und Shandong durchgeführt wird, halten sich ab Februar 2003 insgesamt neun chinesische Manager in Deutschland auf. Hier erweitern sie ihr Wissen auf dem Gebiet des modernen Managements. Die vertieften Kenntnisse fließen später in China in ihre Bildungsangebote ein, die sich an das Managementpersonal chinesischer Betriebe richten. Denn in der chinesischen Wirtschaft vollziehen sich gegenwärtig Entwicklungen, die eine verstärkte marktwirtschaftliche Ausrichtung und die Öffnung des chinesischen Marktes erkennen lassen. Um diesen Prozess zu unterstützen, sollen Manager befähigt werden, bei der Erfüllung ihrer Aufgaben moderne Managementmethoden und -instrumente anzuwenden.

Das dreimonatige Fachprogramm wird in Zusammenarbeit zwischen der "Internationalen Weiterbildung und Entwicklung" (InWent) gGmbH in Magdeburg und dem ICON Institut, Aachen, gestaltet. Begleitet wird das dreimonatige Fachprogramm in der Wirtschaftsregion Aachen und der Euregio von Dr. Karl Pütz, Berufskolleg des Kreises Aachen in Eschweiler, und von Studiendirektor Karl Winkels, Berufskolleg für Gestaltung und Technik der Stadt Aachen. Am Berufskolleg Eschweiler hatten sie Gelegenheit, sich einen Unterrichtstag lang vom Koordinator für Neue Medien, Herrn Studiendirektor Erwin Frings, in die Anwendung des Telelearnings in den Kommunikationsberufen einzuarbeiten. Frau Coopmann, Fachlehrerin für Englisch, gab den Gästen Einblick in den modernen Sprachunterricht für Klassen der höheren Berufsfachschüler. Auch dort waren sie keineswegs passiv, sondern nahmen am jeweiligen Unterricht aktiv teil. Da die Gäste zuvor sowohl niederländische und belgische Schulen als auch Universitäten im Rahmen des Programms besuchten, kam es zu einen für beide Seiten interessanten Erfahrungsaustausch über die unterschiedlichen Bildungssysteme. Gäste und Schüler waren so in den Unterricht vertieft, dass sie das Ende der Unterrichtszeit überhaupt nicht bemerkten.