"Mitreden über Europa"

 


Foto: Michael Bujotzek
Hintere Reihe (v. l.): Barbara Rameil, Dr. Karl Pütz und ihre Schüler vom Berufskolleg Eschweiler
Vordere Reihe (v.l.): Dietmar Nietan, Mitarbeiter und Vertreter von Martin Schulz, M.E.P., Barbara Gessler, Leiterin der Vertretung der Europäischen Kommission in Bonn

Während der deutschen Ratspräsidentschaft im ersten Halbjahr 2007 werden wichtige Entscheidungen für die Zukunft der EU getroffen. "Reden und gestalten Sie mit" war der Aufruf der Stadt Aachen an die eingeladenen Schülerinnen und Schüler. Die Veranstaltung fand im Krönungssaal des Aachener Rathauses statt. Das Europäische Parlament und die Europäische Kommission hatten dazu Dr. Karl Pütz, Vorsitzender des Europäischen Zentrums für Integrationsforschung, Aachen, gleichzeitig Berufsschullehrer am Berufskolleg Eschweiler, eingeladen. Anwesend war auch Josef Stiel, Fraktionsvorsitzender der SPD, Kreis Aachen und Berufsschullehrer am gleichen Kolleg. Herr Josef Stiel lehnte sich an eine Rede des verstorbenen Bundespräsidenten Johannes Rau an: "Überall da, wo die Europäer sich darauf verständigt haben, gemeinschaftlich zu handeln - in Wettbewerbsfragen, bei der gemeinsamen Währung, im Handel - sind wir ein starker Faktor und eine Macht, mit der jeder auf der Welt gerne und gut zusammenarbeiten möchte." Auch in der sicherheitspolitischen Zusammenarbeit haben wir inzwischen Fortschritte gemacht. Dies wurde hier in den vielen Diskussionsbeiträgen herausgestellt. Karl Pütz meinte im Rahmen einer pluralen Vielfalt müssen das Europaparlament und die nationalen Parlamente, vor allem aber die sozialen Akteure eine Rolle spielen - die Migranten, die Gewerkschaften, die NGOs, die Parteien. Die Bürger an der Basis werden keine Verfassung ausarbeiten, aber es braucht einen öffentlichen Raum, in dem demokratisch gewählte Vertreter und Zivilbürger diskutieren und entscheiden können. Ein europäisches Volk kann sich durch einen verfassungsbildenden Gesellschaftsvertrag herausbilden, an dem alle beteiligt werden müssen. Es war gut mit anzuhören, dass die europäische Verfassung und deren Inhalt hier von den Schülern nicht außer Acht gelassen wurde. Die Schüler diskutierten ebenfalls über Gesundheit und Verbraucherschutz in der EU, über die Zukunft der Europäischen Verfassung, Europas Beitrag zu Wachstum und Beschäftigung, die europäische Klima- und Umweltschutzpolitik. Unter der Leitung der Politiklehrerin Barbara Rameil legten die Schüler des Berufskollegs Eschweiler ihren Schwerpunkt auf die Rolle des Europäischen Parlaments. Insbesondere ging es hier um die Umzugsgänge sowie deren Kosten für die Gemeinschaft und die Grenzen der EU-Erweiterung. Verkraften wir noch weitere Länder in der EU, lautete eine andere Frage. Zu diesen und anderen Themen standen Europapolitikerinnen und -politiker Rede und Antwort. Im Anschluss an die Diskussion fand ein kleiner Empfang statt. Europäische Projekte und Organisationen aus der Region stellten sich vor. Nach den teils heftigen Diskussionen blieben viele Fragen unbeantwortet. Die Schüler informierten sich ausgiebig und beschlossen eine weitere Veranstaltung "mitreden in Europa" zu planen und meinten abschließend: "Reden ist Silber, Gestalten ist Gold".