Eschweiler. Als im Jahr 1989 die damaligen Berufsbildenden Schulen Eschweiler das Gebäude in der August-Thyssen-Straße bezogen, lag die Zahl der Schüler bei etwa 1600. Aktuell besuchen fast 2500 Schüler die Bündelschule innerhalb des Schulverbands der Städteregion Aachen, die inzwischen den Namen "Berufskolleg Eschweiler" trägt.
Am vergangenen Sonntag stand nun der Informations- und Anmeldetag des Berufskollegs auf dem Programm. "Rund 1200 neue Schüler werden jährlich am Berufskolleg registriert", berichtet Lehrer Hans Clermont. Eine Hälfte davon besucht die Berufsschulen, wird also von den Betrieben geschickt, die andere Hälfte wird im Vollzeitbereich unterrichtet.
Mit Referendaren sind derzeit 110 Lehrer am Berufskolleg Eschweiler beschäftigt, allerdings handelt es sich dabei nicht ausschließlich um Vollzeitkräfte. Generell treibt die Situation am Lehrermarkt den Verantwortlichen am Berufskolleg die eine oder andere Sorgenfalte auf die Stirn, zumal der Zenit der Schülerzahl frühestens im Jahr 2010 zu erwarten ist. "Wir werden in Zukunft Probleme bekommen, eine ausreichende Zahl von Lehrern zu behalten. Insbesondere im technischen Bereich nimmt die Zahl der Referendare ab", blickt Schulleiter Reinhard Ernst nach vorne.
Doch nicht nur in diesem Bereich werden in den kommenden Jahren neue Wege beschritten werden müssen. Durch die Entstehung der Städteregion Aachen befinden sich die Berufskollegs in einer Umbruchphase. Es werden neue Schulprofile erstellt. "Dies sorgt für Veränderungen, die insgesamt noch nicht abzusehen sind", erklärt der stellvertretende Schulleiter Manfred Hahnen.
Besonders wichtig für eine Schule wie das Berufskolleg ist es, auf Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt schnell reagieren zu können, etwa auf die Entstehung neuer Berufe. So ist das Berufskolleg Eschweiler die einzige Schule im Regierungsbezirk Köln, an der Fachkräfte für Schutz und Sicherheit unterrichtet werden. Und auch die Fachkraft für Dialogmarketing fällt unter die Kategorie der noch jungen Berufe.
Ein Pfund, mit dem das Berufskolleg Eschweiler wuchern kann, ist seine technische Ausstattung. "Wir verfügen über nahezu 400 Computer im pädagogischen Netzwerk", nennt Erwin Frings, Koordinator für neue Medien, eine beeindruckende Zahl. "Wir werden von unserem Schulträger, dem Schulverband der Städteregion Aachen, sehr gut unterstützt", ist er zufrieden.
Auch das offene Lernzentrum, in dem allen Schülern des Berufskollegs täglich zwischen 07:45 und 15:05 Uhr insgesamt 32 PC-Arbeitsplätze zur Verfügung stehen, bietet viele Möglichkeiten. "Es wird von zahlreichen Schülern unter anderem zur Internetrecherche genutzt", betont Lehrer Josef Peters, Leiter des offenen Lernzentrums.
Ebenfalls eine positive Entwicklung nimmt das Angebot der "Höheren Berufsfachschule für Technik", deren Schwerpunkt auf der Automatisierungs- und Informationstechnik liegt. Begann man am Berufskolleg Eschweiler im Schuljahr 1999/2000 mit einer Klasse, gehören inzwischen acht Klassen dieser Fachrichtung an. "Die Schüler werden in praktischer Netzwerktechnik, Programmier- und Steuerungstechnik unterrichtet. Nach dem Abschluss haben sie sehr gute Chancen auf dem Ausbildungsmarkt. 15 % der Absolventen beginnen sogar ein Studium. Diese Schulform ist der kürzeste Weg zur Fachhochschule", so Studiendirektor Dr. Stefanus Fischer.
Eine weitere Aufgabe der Berufskollegs stellt Lehrer Thomas Quilitz heraus: "Wir sind auch Dienstleister für die Kommunen, weil wir versuchen, die Defizite, die viele Schüler auch nach dem Besuch einer weiterführenden Schule noch aufweisen, zu beseitigen oder zumindestzu verringern", macht er deutlich. (ran)
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