Bericht der
Eschweiler Nachrichten, 17. Mai 2001

Unternehmen und Handwerk lobten gestern Pläne des Kreises
Berufskollegs für Ansturm fit machen

Von Nachrichten-Mitarbeiterin Jutta Geese
Kreis Aachen. Der dramatische Anstieg der Schülerzahlen in den Berufskollegs zwingt den Kreis zum Handeln. Etwa 30 Millionen Mark muss er in Erweiterungsbauten investieren. Fachleute aus Politik, Verwaltung, Schule und Wirtschaft diskutierten gestern über die Vorhaben

Die Politik sieht sich vor eine schwierige Entscheidung gestellt. Adolf Lengersdorf (CDU), Vorsitzender des Kreisschulausschusses: "Wir müssen einerseits quantitativ und qualitativ zum richtigen Zeitpunkt das geeignete Bildungsangebot für unsere Jugend bereitstellen. Immerhin nehmen drei Viertel eines Jahrgangs einen oder auch mehrere Bildungsgänge an unseren Kollegs wahr. Andererseits können wir uns keine Fehlinvestitionen leisten." Um so wichtiger sei es, gemeinsam mit der Wirtschaft,für die die Berufskollegs ja ausbilden, nach Lösungen zu suchen.
Derzeit besuchen rund 6600 junge Leute die vier Berufskollegs des Kreises. In drei Jahren werden es bereits knapp 7000 sein, im Schuljahr 2005/2006 etwa 7450 und die Spitze wird vier Jahre später mit 7900 Schülern erreicht. "Ab dem Jahr 2010 sinkt die Schülerzahl dann allmählich wieder, erreicht aber erst im Jahr 2019 wieder das heutige Niveau", so die Prognose des Gutachters Hubertus Schober aus Bonn. Den

stärksten Anstieg (15 bis 20 %) erwartet er für Eschweiler und Stolberg/Simmerath. Folge dieser Entwicklung, aber auch der sich immer schneller ändernden Berufsbilder, ist ein enormes Raumdefizit in den Schulen. Am schlimmsten sind die Kollegs in Eschweiler und Herzogenrath betroffen. Schulamtsleiter Heinz Frenz: "Eschweiler ist vor elf Jahren für 1400 Schüler gebaut worden, heute werden dort 2050 unterrichtet und in zehn Jahren 2450." 20 Fach- und Klassenräume müssten laut Gutachten allein hier angebaut werden. Herzogenrath bräuchte zehn neue Räume.

Baubeginn schon 2002?

Politik und Verwaltung haben zusammen mit den Schulleitern über mögliche Verschiebungen von Berufsschulklassen von einer zur anderen Schule diskutiert. Das Ergebnis: Es wird keine gravierenden Veränderungen geben. Das stieß bei den Vertretern der Unternehmen und der Kreishandwerkerschaft auf große Zustimmung. Sie unterstützen auch die bisherige Prioritätensetzung für Erweiterungsbauten: In Eschweiler soll im nächsten Jahr begonnen werden, in Herzogenrath ein Jahr später. Vorausgesetzt, die Finanzierung klappt.