Jugend aus drei Nationen entwickelt Perspektive für Europa

Erstes trinationales Seminar in der Europäischen Akademie Otzenhausen
mit Schülern aus Eschweiler, Pskov und Albert



Teilnehmer aus drei Nationen im Europaparlament in Straßburg

"Das wäre auch für uns etwas völlig Neues" meinte Michael Matern von der Europäischen Akademie Otzenhausen, als Evi Spennes, Lehrerin am Eschweiler Berufskolleg, ihm im letzten Jahr vorschlug, statt der bisherigen deutsch-französischen Seminare ein trinationales Seminar mit Russland durchzuführen. Das Treffen fand nun mit dem Lycée Lamarck, der französischen Partnerschule, und dem Polytechnischen Kolleg Pskov, der russischen Partnerschule des Berufskollegs statt. Schüler und Lehrer aus drei Nationen nahmen an dem Seminar "Perspektiven der Jugend in Europa" teil und gestalteten es durch ihre gemeinsame Arbeit.

Bereits im Unterricht hatten die Gruppen Präsentationen ihrer Heimatorte erarbeitet, die nun vorgestellt wurden. Ein Vortrag von Christoph Vatter über interkulturelle Kommunikation sensibilisierte die Schüler für Besonderheiten anderer Kulturen, die sich dem anderen nicht auf den ersten Blick erschließen. Während der gemeinsam verbrachten Woche in der Akademie absolvierten die Teilnehmer ein anspruchsvolles Arbeitsprogramm (jeweils von 09:00 - 21:00 Uhr). So untersuchten die Schüler Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Schulsystemen, der Freizeitgestaltung und dem Familienleben und entwickelten eigene Perspektiven für die Gestaltung Europas in der Zukunft. Ein Besuch des Europaparlaments und des Europarats in Straßburg ergänzte das Programm und zeigte der Gruppe, wie unsere Politiker den europäischen Gedanken umsetzen. Im Europarat hatten die Teilnehmer sogar die Möglichkeit, eine Debatte zu beobachten.

Durch die kontinuierliche Arbeit in trinationalen Gruppen fanden die Schüler der verschiedenen Nationen schnell zusammen und tauschten sich auch auf "informellem" Weg aus. Alle Beteiligten waren sich am Schluss der Veranstaltung einig, das Treffen im nächsten Jahr mit anderen Schülern zu wiederholen. "Mein Vater hat im ersten Weltkrieg gegen die Franzosen gekämpft und im zweiten Weltkrieg gegen die Russen. Dort ist er auch gefallen. Wir können heute alles daransetzen, weitere Kriege zu vermeiden und ein vereintes Europa zu schaffen" meinte abschließend Josef Stiel zu den Seminarteilnehmern.

Ein besonderer Dank gilt der Stiftung deutsch-russischer Jugendaustausch, welche die Finanzierung der Seminardurchführung für alle Teilnehmer merklich erleichterte.