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Eschweiler. "Nie wieder Krieg! Lernen aus der Vergangenheit - Brücken bauen für die Zukunft". Unter diesem Motto steht der deutsch-russische Schüleraustausch zwischen dem Berufskolleg und seiner Partnerschule in Pskov (Westrussland) in diesen Tagen.
Drei Tage lang erarbeitete die Gruppe diese Themen in der Eifel. Beim Besuch in Vogelsang haben wir die Schüler begleitet.
Ungewohnt still zeigten sich die Schüler beim abschließenden Workshop. Still, weil die gesammelten Eindrücke und die neuen Informationen nachdenklich stimmten. Lehrerin Evi Spennes hat genau das beobachtet: "Wir haben die Schüler für diese Thematik sensibilisiert."
Elf russische Schüler hatten sich vergangene Woche gemeinsam mit ihren Lehrern Olga Obratneva und Igor Savraev auf die lange Reise nach Eschweiler gemacht. Die 23 Jungen und Mädchen der Unterstufe der Höheren Handelsschule konnten die Ankunft kaum erwarten. Nach Begrüßung und Kennenlernen startete die Gruppe gleich in die Thematik, die mit dem Besuch in Vogelsang und einigen von den Schülern erarbeiteten Vorträgen am Mittwoch endete.
"Das geht uns alle was an. Wir müssen uns mit unserer Geschichte auseinandersetzen", bringt Lisa Mauer die Gedanken der meisten ihrer Mitschüler auf den Punkt. Genau das tat die Gruppe auch, gemeinsam mit den Freunden aus Russland. Von gegenseitigen Ressentiments wollen beide Seiten nichts mehr wissen. "Deutschland und Russland waren in der Vergangenheit oft Feinde. Wir müssen aus der Geschichte lernen und alles für den Frieden tun", sagt die 18-jährige Kristina Winogradova entschlossen und erntet Zustimmung.
Der Besuch in Vogelsang hat den Schülern einmal mehr deutlich vor Augen geführt, mit welcher Grausamkeit das deutsche Volk im Dritten Reich zu Werke ging. Rassenideologie, Gleichschaltung und Propaganda - um nur einige Begriffe zu nennen, die vor allem im abschließenden Workshop immer wieder für Kopfschütteln sorgten.
"Das ist unbegreiflich, wie die Menschen damals manipuliert wurden, ohne es bemerkt zu haben", wundert sich Jasmin Kreft. Die deutschen und russischen Schüler hat das Treffen enorm weitergebracht. "Wir sind alle gleich", betont Ramona Beiß. Das findet auch Michael Kuntz. Der 20-jährige Russe hat viele Gemeinsamkeiten im Leben deutscher und russischer Jugendlicher entdeckt. Für Irina Kulikowa, 20 Jahre alt, ist das der Schlüssel zm Erfolg. "Wir können nur aus den Fehlern der Vergangenheit lernen, wenn wir versuchen, uns gegenseitig zu verstehen."
Für Evi Spennes, die das Projekt gemeinsam mit Josef Stiel und Nadja Hohensee betreut, fällt das Fazit absolut positiv aus. "Wir leisten damit auch Präventionsarbeit, da wir an unserer Schule viele aus Russland stammende Schüler haben." Das Verständnis füreinander werde merklich besser, so Spennes. Ein besonderes Lob gab es daher für die Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch, die das Projekt möglich gemacht hat.
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