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Im April waren russische Schüler und Lehrer aus Pskov am Eschweiler Berufskolleg zu Gast, um die Auswirkungen des Krieges in der Aachener Region und die Hintergründe der Erziehung im Dritten Reich kennen zu lernen. Jetzt erfolgte der Gegenbesuch In Pskov.
Im Rahmen des Projekts "Nie wieder Krieg - Lernen aus der Vergangenheit - Brücken bauen für die Zukunft", das mit Mitteln der Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch gefördert wurde, beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler im Vorfeld mit den Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs auf ihre Region und verglichen nun ihre Ergebnisse. Die russische Stadt Pskov, die sich etwa 260 km südwestlich von St. Petersburg befindet und mittlerweile seit drei Jahren mit dem Polytechnischen Kolleg eine Partnerschaft mit dem Eschweiler Berufskolleg unterhält, wurde im Zweiten Weltkrieg zu etwa 90 % von deutschen Soldaten zerstört. Viele der Bewohner wurden zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt. Nach dem Weltkrieg konnte sich die Stadt langsamer als vergleichbare westeuropäische Städte erholen. Heute bestehen intensive freundschaftliche Kontakte zu Deutschland. So konnte die Gruppe aus Eschweiler das "Heilpädagogische Zentrum" und die "Beschützenden Werkstätten" der Stadt Pskov besuchen, die mit Mitteln der evangelischen Kirchengemeinde Wassenberg ins Leben gerufen wurden.
Neben der Projektarbeit hatten die Schülerinnen und Schüler der Höheren Berufsfachschule ausreichend Gelegenheit, die Stadt Pskov und die nähere Umgebung kennen zu lernen. Besonders beeindruckt zeigten sich die Schüler von der Farbenpracht des russisch-orthodoxen Klosters in Petchory, nahe der Grenze zu Estland. Durch die Unterbringung in Gastfamilien lernten alle die sprichwörtliche russische Gastfreundschaft kennen und schätzen und erhielten einen Einblick in das russische Alltagsleben. Viele Schüler kannten sich bereits von dem Besuch im Frühjahr, sodass zahlreichen gemeinsamen Unternehmungen außerhalb der Schulzeit nichts im Wege stand.
Für alle Beteiligten zeigte sich im Verlauf der Projektarbeit, dass die Gemeinsamkeiten zwischen russischen und deutschen Jugendlichen und Erwachsenen wesentlich größer sind als die Unterschiede. Michael Joußen, Evi Spennes und Josef Stiel als betreuende Lehrer der Schulpartnerschaft sind daher davon überzeugt, dass solche Treffen einen wichtigen Beitrag zur partnerschaftlichen Ausgestaltung der weiteren deutsch-russischen Beziehungen leisten.
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