Nachdem im Mai 2005 erste Kontakte zwischen dem Polytechnischen Kolleg in Pskov und dem Berufskolleg in Eschweiler geknüpft wurden, fuhr nun eine Delegation von fünf Lehrerinnen und Lehrern zusammen mit ihrem Schulleiter, Herrn Reinhard Ernst, zur russischen Partnerschule.
Zunächst hatten die Eschweiler Kollegen die Gelegenheit, die Stadt im Rahmen einer deutschsprachigen Führung näher kennen zu lernen. Pskov liegt etwa 390 Kilometer südwestlich von Sankt Petersburg, hat ca. 200 000 Einwohner und ist eine der ältesten russischen Städte. Besonders beeindruckt zeigte sich die Gruppe vom Kreml mit der Dreifaltigkeitskirche, die mit ihren goldenen Kuppeln das Pskover Stadtbild wesentlich prägt.
Schwerpunkt des Besuchs stellte die schulische Zusammenarbeit mit Vertretern des polytechnischen Kollegs und der polytechnischen Hochschule in Pskov dar. Nach einem offiziellen Empfang durch Rektor Professor Sergej Verteschev und Direktor Drosdov stellten beide Nationen ihre Schulen und die jeweiligen Schulsysteme vor. Auch hatten die Eschweiler Kollegen die Möglichkeit, einzelne Abteilungen und Räume der polytechnischen Hochschule zu besichtigen.
Der Aufenthalt in Pskov wurde vom stellvertretenden Leiter des polytechnischen Kollegs, Herrn Igor Savraev, in allen Einzelheiten organisiert. Überwältigend war dabei die russische Gastfreundschaft, geprägt von Herzlichkeit und Freundlichkeit. Es zeigte sich auch, dass die russischen Kollegen sehr stark daran interessiert sind, mit Schulen in Deutschland näher in Kontakt zu treten, um Erfahrungen bezüglich methodischer und schulorganisatorischer Fragen auszutauschen.
Für den Monat Januar ist ein Gegenbesuch von russischen Kollegen mit einer 12-köpfigen Schülergruppe in Eschweiler geplant. Nach einem kurzen Aufenthalt in Eschweiler soll die Gruppe - gemeinsam mit Schülern der Partnerschule aus Albert und einer Unterstufenklassen der Höheren Handelsschule zu einem einwöchigen Seminar zur europäischen Akademie nach Otzenhausen fahren, wo das Berufskolleg schon seit fünf Jahren an deutsch-französischen Seminaren teilnimmt. Mit diesen Aktivitäten sollen junge Menschen die Gelegenheit haben, fremde Nationen, die sich noch im letzten Jahrhundert in Weltkriegen feindlich gegenüberstanden, näher kennen zu lernen und somit aktiv zu einer künftigen Friedenssicherung beizutragen.
von Evi Spennes
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