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Brauweiler. Die "Susi" strahlt. Schließlich kann Susanne Kasperczyk endlich wieder ihrem liebsten Hobby nachgehen: Fußball spielen. Bisher ist es bloß Training, doch wenn der Doktor demnächst sein Okay über den Praxistisch ruft, ist es soweit. Dann wird die 18-jährige Alsdorferin - genesen von einem Kreuzbandriss - die Frauenfußball-Welt aufmischen. Und in Brauweiler hegen sie große Hoffnungen, mit ihrer neuen Verteidigerin einen Volltreffer gelandet zu haben. "Die Susi wird unsere nächste Nationalspielerin. Ganz sicher", ist Pressesprecher Ralf Ragge fest überzeugt.
Doch Susanne Kasperczyk will und muss erst mal kleinere Brötchen backen. Schließlich gilt es erst mal, den Sprung vom Regionalligisten Teutonia Weiden in die Premiumklasse des deutschen Frauenfußballs zu meistern. Schon im Frühjahr hatte sich die Schülerin mit dem Gedanken befasst, Regionalligist Teutonia Weiden den Rücken zu kehren und den ganz großen Sprung zu wagen. Dann riss im März das Kreuzband vorne links. Pause. Mindestens ein halbes Jahr. "Da wollte ich nicht mehr so richtig. Dachte, das wäre ein allzu schwerer Start. Doch dann haben alle auf mich eingeredet, und nun bin ich hier", erinnert sie sich.
Seite an Seite mit einer Weltmeisterin wie Sonja Fuss trainiert sie nun, muss sich demnächst mit Spielerinnen vom Kaliber Birgit Prinz oder Pia Wunderlich messen. "Das Tempo ist natürlich viel höher, aber die Mannschaft ist toll, und alle haben micht super aufgenommen", schildert sie ihre ersten Eindrücke.
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Vieles ist Neuland - auch die Trainingsintensität. Bis auf mittwochs pendelt die U 19-Nationalspielerin jeden Tag auf das Trainingsgelände am Abtei-Sportpark. Morgens Schule, dann Hausaufgaben und dann - wenn möglich - noch ein paar Minuten Fitnessstudio. "Damit bei mir auch mal ein paar Muskeln kommen, die sind noch nicht da", grinst sie kess. Die will sie aber so schnell wie möglich (mit)spielen lassen.
Ende November, Anfang Dezember hofft Trainer Friedhelm Fröhlich, das Talent in die Vererkette einbauen zu können. Es ist bitter nötig. Gegen den amtierenden Meister FFC Frankfurt mussten Fröhlich und Kasperczyk eine üble 1:6-Schlappe zur Kenntnis nehmen. Hinten fehlte die Stabilität im Mittelfeld - Kasperczyks großes Vorbild Bettina Wiegmann. Die hatte nach der WM ihren Rücktritt erklärt - auch in Brauweiler.
Nun hoffen sie im Kölner Umland, dass "Susi" eines Tages in die großen Fußstapfen treten kann. Und die will. "Wenn ich die Chance bekomme, will ich sie nutzen", spricht sie über die Nationalmannschaft.
Nächstes Jahr möchte sie erst mal zur U 19-WM in Thailand. Da will sie es den Vorbildern gleich tun und den Welttitel holen. Schließlich reichte es bei der letzten WM schon einmal zu Rang 3. Die Bronzemedaille steht im Elternhaus. Im Wohnzimmer. Und die 18-Jährige, die mit sechs Jahren Seite an Seite mit ihrem Bruder im Mittelfeld von Viktoria Alsdorf mit dem Fußballspielen begann, würde sicherlich nocht mehr strahlen, wenn da noch die eine oder andere Trophäe hinzu käme. Doch zunächst will sie nur eins: "Endlich in der Bundesliga spielen."
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