Schüler wissen: Europas Seele ist Toleranz

Jugendliche aus dem russischen Pskow besuchen Eschweiler Kollegen. Im Saarland treffen sie Partner aus dem französischen Albert.

Bereits seit 2005 unterhält das Berufskolleg Eschweiler eine Schulpartnerschaft mit der Staatlichen Hochschule der nordwestrussischen Stadt Pskow. Regelmäßige Projekte und jährliche Besuche sind fester Bestandteil der Kooperation.

Russisch-deutscher Austausch
Russisch-deutscher Austausch: 13 Schüler der Staatlichen Hochschule Pskow waren nun am Berufskolleg in Eschweiler zu Gast und knüpften freundschaftliche Kontakte zu ihren deutschen Gastgebern. Foto: Andreas Röchter


Vor wenigen Tagen waren nun 13 russische Schüler aus der Großstadt, die rund 200 000 Einwohner zählt und gut 250 Kilometer von St. Petersburg entfernt an der Grenze zu Estland liegt, in der Indestadt zu Gast. Fünf Tage lang weilten sie in Eschweiler, wohnten bei den Familien der Berufskollegschüler und lernten Stadt und Umgebung kennen. Dann ging es für die russischen und deutschen Schüler gemeinsam in die „Europäische Akademie“ im saarländischen Otzenhausen, wo sie am einwöchigen Projekt „Europas Seele ist die Toleranz“ teilnahmen.

„Dort treffen wir auch auf Schüler des `Lycée Lamarck´ aus dem französischen Albert. Mit dieser Schule unterhalten wir als Berufskolleg Eschweiler eine bald 20-jährige Partnerschaft“, erklärt Lehrerin Evi Spennes, die am Berufskolleg unter anderem als Koordinatorin für internationale Kontakte fungiert und die russisch-deutschen sowie französisch-deutschen Partnerschaftsprojekte federführend leitet.

Und wie funktioniert die Verständigung? „Nicht wenige der russischen Schüler sprechen deutsch. Und einige Schüler des Berufskollegs haben russische Wurzeln. Darunter manche, die trotz ihrer Wurzeln noch nie in Russland waren und für die dieses Zusammenkommen etwas ganz besonderes darstellt“, so Evi Spennes.

Darüber hinaus gehörte zur Delegation aus Pskow eine Dolmetscherin, die nicht zuletzt beim Besuch im Eschweiler Rathaus ihre Sprachkenntnisse zum Einsatz kommen ließ. Denn nachdem Bürgermeister Rudi Bertram die jungen Gäste begrüsst und sie kurz über Eschweiler informiert hatte, standen Fragen der russischen und deutschen Schüler auf dem Programm. Dabei kamen unter anderem Themen wie Jugendarbeitslosigkeit, Rassismus und Ökologie, Stichwort „Energiewende“, zur Sprache.

Im Anschluss an den Rathausbesuch stand dann eine Stadtführung mit Josef Stiel, dem als ehemaligen Lehrer des Berufskollegs die Schulpartnerschaft mit der Staatlichen Hochschule Pskow wohlbekannt ist, auf dem Programm.

Im kommenden Jahr wird das Projekt, das unter anderem von der „Stiftung Deutsch-Russischer-Jugendaustausch“ unterstützt wird, mit dem Besuch einiger Berufskollegsschüler in Pskow fortgesetzt. „Dieses Austauschprogramm erhält von den Verantwortlichen des Berufskollegs Eschweiler die bestmögliche Unterstützung“, freut sich Evi Spennes, die überzeugt ist, dass die Kooperation Zukunft hat. (ran)

Quelle: Eschweiler Nachrichten vom 11. November 2014