Erste Notunterkünfte können bald wieder geschlossen werden

Städteregion stellt Antrag für Sporthallen in Stolberg und Eschweiler

Die Situation in den Notunterkünften der Städteregion hat sich in den vergangenen Wochen deutlich entspannt. Derzeit sind lediglich 612 der von Städteregion, Bezirksregierung und Kommunen insgesamt 3787 bereitgestellten Plätze belegt. „Es macht sich zunehmend bemerkbar, dass das Land selber immer mehr eigene Unterkünfte herrichtet“, stellte der zuständige städteregionale Dezernent Gregor Jansen gestern im Gespräch mit unserer Zeitung fest. „Wenn ich beispielsweise die 1000 zusätzlichen Plätze am Aachener Westbahnhof oder die 500 in der Donnerberg-Kaserne nehme, dann sorgen diese schon für eine erhebliche Entlastung“, meint Jansen.

Notunterkünfte
Die Betten in der Turnhalle des Berufskollegs Stolberg können wahrscheinlich Ende April abgebaut werden. Foto: J. Lange

Davon könnten bald auch die ersten städteregionalen Schulen profitieren, in deren Räumlichkeiten derzeit noch Flüchtlinge untergebracht sind. „Wir haben bei der Bezirksregierung den Antrag gestellt, die Turnhallen der Berufskollegs Stolberg und Eschweiler zum 30. April räumen zu dürfen“, berichtet der Dezernent. Nach dem Rückbau wären sie dann wieder uneingeschränkt für den Schul- und Vereinssport nutzbar. „Eine Zusage haben wir noch nicht erhalten“, schränkt Jansen, der in den kommenden zwei Wochen mit einer Antwort rechnet, ein.

6228 zugewiesene Flüchtlinge

Und er gibt noch einen deutlichen Hinweis: Die angestrebte Reduzierung von städteregionalen Notunterkunftskapazitäten bedeute nicht, dass die Zahl der Flüchtlinge zurückgehe. „Der geringere Bedarf ist alleine auf die vom Land zusätzlich geschaffenen Plätze und eine schnellere Registrierung der Hilfesuchenden zurückzuführen.“ Das belegten auch die Zahlen der registrierten und dann zugewiesenen Flüchtlinge: Ende 2004 waren das in der Städteregion 1732 Menschen, zum 31. Dezember 2015 hingegen 6228, so Gregor Jansen. „Der soziale Wohnungsbau gewinnt deshalb immer mehr an Bedeutung.“

Quelle: Eschweiler Zeitung vom 22. Januar 2016