Stationärer Einzelhandel braucht gut ausgebildete Fachkräfte

Gute Beratung vor Ort ist wichtig im Wettbewerb mit dem Online-Handel. Berufskolleg-Schüler können nun unter realistischen Laden-Bedingungen lernen.

Eine alte Kaufmannsregel lautet: „Sind die Kunden zufrieden, sind es auch die Kaufleute.“ Nur wie wird ein Verkaufsgespräch kundenorientiert zur Zufriedenheit des Kunden, des Verkäufers und des Unternehmens geführt? Wie kann der Kundenbedarf gezielt ermittelt und die richtige Ware vorgelegt werden. Welcher Service kann dem Kunden angeboten werden, so dass der Kunde beim und nach dem Kauf zufrieden ist?

Einzelhandel
Aktuelles Warenangebot: Christina Kullmann und Granit Dragusha, Auszubildende am Berufskolleg Eeschweiler, trainieren ein Verkaufsgespräch.

Diese Fragen werden u.a. während des Unterrichts in den Unter- und Mittelstufenklassen in der Verkäuferausbildung des Bildungsganges Einzelhandel im Berufskolleg Eschweiler sowohl in der Theorie als auch in praktischen Rollenspielen vor laufender Kamera erprobt und beantwortet. Zur Auswertung steht moderne Aufnahme- und Abspieltechnik zur Verfügung. Jetzt ist das Warenverkaufsstudio zudem mit neuer Ware ausgestattet worden. Moderne Bekleidung, die junge Menschen besonders anspricht als auch Waren aus dem Medienbereich stehen nun den Auszubildenden zum Erproben von praxisnahen Verkaufsgesprächen zur Verfügung. In der Simulation von Verkaufssituationen steht neben der kompetenten Beratung die Kundenfreundlichkeit auch in schwierigen Verkaufssituationen wie z. B. Reklamationen im Vordergrund.

Nach mehr als zehnjähriger Benutzung war die Ware nicht mehr zeitgemäß und teilweise nicht mehr brauchbar. Im Vorfeld wurden Ideen und Wünsche der Schülerinnen und Schüler berücksichtigt. Die Bildungsgangleiterin im Einzelhandel Manuela Rynio sowie ihre Stellvertreterin Silke Johnen haben daraufhin verschiedene Lieferanten angeschrieben und um Einrichtungshilfe gebeten. Für den Baumarktbereich gab es Unterstützung, aber für den textilen Bereich als auch für den Elektronikbereich musste aktuelle Ware eingekauft werden. Der Warenverkaufsraum bietet nun Waren aus der Baumarktbranche mit Farben und Malerbedarf, Bohrmaschinen mit weiterem Zubehör, wie Bohrern, Schrauben und Dübeln. In der Haushaltswarenabteilung bekommt der „Kunde“ Toaster, Pürierstäbe, Kaffeemaschinen und Staubsauger. Zur modernen Kleidung können Zusatzverkäufe mit passenden Gürteln, Schals sowie Ketten getätigt werden. In der Schuhabteilung sind sowohl Straßenschuhe für Damen und Herren als auch Sportschuhe zu finden. Für den Fußballsport gibt es Torwarthandschuhe und Trikots. In der Lebensmittelabteilung sind Bedarfsartikel für den Start in den Tag vom Kaffee über Tee bis zu den Ceralien zu haben.

Die Schülerinnen und Schüler des Einzelhandels sind von der neuen Ware des Verkaufsraumes begeistert. „Es macht einfach viel mehr Spaß, mit aktuellen und verschiedenen Warenarten zu lernen“ stellt Christina Kullmann fest.

Granit Dragusha betont: „Ich kann hier sehr praxisnah Elektroartikel verkaufen lernen. Auch in meinem Unternehmen werden Waren aus der Medienbranche verkauft, so dass ich das erlernte Wissen sehr gut umsetzen kann“. Beide lernen in der Unterstufe und sind in unterschiedlichen Branchen wie einem Textilwarengeschäft und einem Elektrofachmarkt beschäftigt.

Für den Schulleiter des Berufskollegs Eschweiler Thomas Gurdon steht fest: „Gut ausgebildete Fachkräfte sind für den stationären Einzelhandel wichtig im Wettbewerb mit dem Onlinehandel. Das Einzelhandelsgeschäft vor Ort kann durch gute Fachberatung und kundenorientierten Service seine Stellung behaupten. So bleibt die Einkaufsattraktivität unserer Städte erhalten.“

Quelle: Eschweiler Zeitung vom 18. März 2016