Alt und Jung: Das passt hervorragend zusammen

Im Rahmen eines Wettbewerbs des Bundesbildungsministeriums gehen Schüler des Berufskollegs auf Seniorenheimbewohner zu

Jung trifft Alt, Wirtschaft trifft Soziales. Gegensätze ziehen sich vielleicht nicht immer an, funktionieren im direkten Aufeinandertreffen aber doch häufig gut! Jetzt absolvierten 19 Schülerinnen und Schüler einer Berufsfachschulklasse des Fachbereichs Wirtschaft des Berufskollegs Eschweiler einen „Sozialen Tag“ im Seniorenzentrum Ago Senotel. Nach einem gemeinsamen Frühstück im Bistro, bei dem die ersten zwischenmenschlichen Kontakte geknüpft und vielleicht vorhandene Berührungsängste abgebaut wurden, ging es in die Wohnbereiche der Senioren, wo sowohl in Gruppen- als auch Einzelbetreuung gemeinsam gekocht und vorgelesen wurde, aber auch Gespräche geführt sowie Gedichte, Märchen oder Geschichten vorgetragen wurden.

Berufskolleg
Begegnung zwischen Jung und Alt: Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs Eschweiler absolvierten im Seniorenzentrum Ago Senotel einen „sozialen Tag“, kochten gemeinsam mit den Bewohnern, trugen Geschichten und Gedichte vor und knüpften somit zwischenmenschliche Beziehungen. Foto: Andreas Röchter

„Am Anfang stand die Idee eines Schülers, soziale Kontakte zu Senioren zu suchen. Dann stieß ich auf einen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung ausgeschriebenen Wettbewerb mit dem Titel ,Demokratisch handeln‘ und fand, dass sich beides gut verbinden ließe“, erzählt Klassenlehrer Benjamin Pinkerneil, der einige Wochen vor den Herbstferien Kontakt zu den Verantwortlichen des Ago Senotels aufnahm und dort offene Türen einlief. „Schließlich steht bei dieser Aktion das soziale Miteinander nicht nur in der Theorie, sondern durch praktisches Handeln im Mittelpunkt“, macht Ulla Doum-Ackermann als Leiterin des Sozialen Dienstes der Senioreneinrichtung deutlich.

„Klar ist, dass dieses Zusammentreffen nicht im Zeichen der Pflege, sondern im Zeichen der Betreuung steht. Das gemeinsame kreative Handeln fördert psychosoziale Effekte“, weiß die Mitarbeiterin, schließlich sind im Ago Senotel auch Grundschüler und Kindergartenkinder zu Gast. „Für die Bewohner ist es einfach schön, junge Menschen im Haus zu sehen“, unterstreicht Ulla Doum-Ackermann.

Und die Schüler profitieren sicherlich ebenso vom „Blick über den Tellerrand“, sind sich die Sozialdienstleiterin und der Pädagoge einig. Zumal Letztgenannter seine Schüler auch einmal von einer ganz anderen Seite als im Unterricht kennenlernt. „Es ist bewegend zu sehen, wie schnell die Hemmschwellen auf beiden Seiten verschwanden und sich Gespräche entwickelten. Beide Seiten haben das Projekt sehr gut angenommen. Und ein älterer Herr hat mich sofort ermahnt, den Schülern keine Hausaufgaben mehr aufzugeben“, schmunzelt Benjamin Pinkerneil.

Ein Anfang ist also gemacht. Und vielleicht entwickelt sich aus dem „Sozialen Tag“ zwischen Berufskolleg Eschweiler und Ago Senotel ja noch mehr?

Quelle: Eschweiler Zeitung vom 18. November 2016