Toleranz bestimmt Treffen in Straßburg

Partnerschüler aus Eschweiler, Pskov und Albert kommen zu Seminar an der Europäischen Akademie zusammen

Wer auf der Internetseite des Berufskollegs Eschweiler unter der Rubrik „Internationales“ nachsieht, wird feststellen, dass schon seit 2001 Seminare an der Europäischen Akademie Otzenhausen mit Partnern unterschiedlicher Nationen durchgeführt werden. Jetzt fand das Seminar „Europas Seele ist die Toleranz“ statt - zusammen mit Schülern und Studenten der Staatlichen Pskover Universität, dem Lycée Lamarck aus Albert und der WHW14A – einer Unterstufe der Höheren Handelsschule am Berufskolleg Eschweiler. Die Kontakte nach Pskov bestehen mittlerweile seit neun Jahren, während die Schulpartnerschaft mit Albert schon 1996 ins Leben gerufen wurde.

Europaparlament in Straßburg
Deutsche, französische und russische Schüler und Lehrer im Europaparlament in Straßburg.


In diesem Jahr stand das Thema „Toleranz“ im Mittelpunkt. Dabei sollte auch versucht werden herauszufinden, ob es nationenbedingte Unterschiede bezüglich der Toleranz gibt. Um es vorwegzunehmen: Es gibt sie nicht. Es gibt vielmehr eine Einigkeit darüber, dass Gewalt und Kriege nicht zu tolerieren sind und dass alles dafür getan werden muss, dass unreflektierte Fremdenfeindlichkeit nicht zu Auseinandersetzungen zwischen den Völkern führt. Über das, was im Kleinen tolerierbar ist, gingen die Meinungen auseinander – hier lagen allerdings eher individuelle als nationale Unterschiede vor.

Simultan übersetzt

Das Seminar an der Europäischen Akademie wurde von Daniel Horst geleitet, der durch jeweils zwei Dolmetscher für die russische und französische Sprache und zwei Teamer unterstützt wurde. Durch die professionelle Ausstattung der Akademie konnten Vorträge und Diskussionen simultan übersetzt werden, so dass die sprachlichen Barrieren leichter überwunden werden konnten. Nur bei der Abendgestaltung waren die Schülerinnen und Schüler weitgehend sich alleine überlassen und mussten dabei oft feststellen, dass mit Englischkenntnissen alleine nicht alle Kommunikationsprobleme in den Feinheiten gelöst werden können. Da aber einige russische Studenten deutsch oder englisch sprachen, die französischen Schülerinnen und Schüler deutsch lernten und den deutschen Teilnehmern die englische und französische Sprache nicht völlig fremd waren (auch verfügten zwei von ihnen über Russisch-Kenntnisse), war die sprachliche Verständigung im Groben immer gewährleistet.

Im Verlauf des Seminars fanden Vorträge zum Thema „Interkulturelle Kommunikation“ und „Rechte Parteien und Neonazis in Europa“ statt, die Ausgangspunkt für weitere Diskussionen und Gruppenarbeiten darstellten. Ein besonderes Erlebnis war der eintägige Ausflug nach Straßburg zum Europarat und zur Europäischen Kommission. Hier hatten auch alle die Gelegenheit, sich Straßburgs historische Altstadt anzusehen und die berühmte Kathedrale zu besichtigen.

Ein besonderer Dank geht an die Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch und an den Förderverein des Berufskollegs, die dafür sorgten, dass die Seminargebühren für die Schüler in einem überschaubaren Rahmen blieben. Im Frühjahr 2015 ist ein Gegenbesuch von 13 deutschen Schülern mit ihren Lehrern Michael Joußen und Evi Spennes in Pskov zur Projektfortsetzung geplant. Dann wird auch die Schulleitung des Berufskollegs, Thomas Gurdon, mit nach Russland fahren und das zehnjährige Bestehen der deutsch-russischen Partnerschaft feiern können.

Quelle: Eschweiler Nachrichten vom 2. Dezember 2014