Wie anders sind Lüttichs Läden?

Schüler des Bildungsgangs Einzelhandel des Berufskollegs Eschweiler sehen sich in der belgischen Grenzmetropole um. Ihr Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Schaufenstergestaltung der Nachbarn.

Wie waren die Arbeitsbedingungen in einem belgischen Kohlebergwerk? Setzen belgische Einzelhandelsgeschäfte andere Akzente in der Ladengestaltung und in der Warenpräsentation?

Diese Fragen wurden bei einer Exkursion ins nachbarschaftliche Lüttich von den Klassen des Bildungsganges Einzelhandel des Berufskollegs geklärt.

Farbenfrohe Schaufenster
Farbenfrohe Schaufenster: Daniel Caspari, Tamara Westphal, Nicole Küpper und Jennifer Meisen, Auszubildende am Berufskolleg Eschweiler, erkunden mit sichtlichem Spaß die Schaufensterlandschaft in Lüttich.


Die Erkundung des Nachbarlandes startete mit dem Besuch der Kohlemine in Blegny. Sie liegt in der Nähe von Lüttich und gehört zum Unesco-Weltkulturerbe. Die Mine ist noch größtenteils in dem Zustand, wie sie bei der Schließung im Jahre 1980 verlassen wurde.

Der Besuch führte auf eine Tiefe von bis zu 60 Metern. Im originalen zweistöckigen Förderkorb ging es zunächst 30 Meter unter die Erde und später über einen Verbindungsstollen von 30 auf 60 Meter Tiefe. In diesem wurde die schräge Lage der Kohleflöze sehr deutlich.

Während der Führung wurden viele Aspekte des Bergbaus erläutert, insbesondere die Arbeitsbedingungen unter Tage. Durch die pressluftgetriebenen Werkzeuge herrschte ein großer Lärmpegel, der durch die noch funktionierenden Maschinen verdeutlicht wurde. Die Kohleschichten waren teilweise nur etwa einen halben Meter hoch, sodass der Arbeitsplatz der Minenarbeiter sehr beengt und sehr gefährlich war.

Nach der Erkundung des Bergwerks ging es in die Lütticher Innenstadt. Hier war es eine der Aufgaben der Schülerinnen und Schüler, ein schönes Schaufenster zu dokumentieren. Zu den wichtigsten Aufgaben eines Schaufensters und eines dekorativen Warenaufbaus gehören: Aufmerksamkeit zu erregen, Wünsche und Sehnsüchte in Form von Kaufimpulsen zu wecken und das Image eines Geschäftes zu erhöhen. Die Schülerinnen und Schüler haben viele Beispiele für attraktive Schaufenstergestaltungen und Warenpräsentationen entdeckt.

„Wir haben viele kleinere Geschäfte gesehen, die ihre Schaufenster liebevoll dekoriert haben.“ stellt Daniel Caspari fest. Tamara Westphal betont: „Wir haben das Schaufenster einer Blumenhandlung ausgewählt, weil es farblich und thematisch gut gestaltet worden ist. Aus einer Farbreihe wurden verschieden Töne bei Blumen und Accessoires kombiniert.“ Einig waren sich die Schüler, dass sie häufiger Schaufenster gesehen hatten, die die Vielfalt des Warensortiments des Geschäfts widerspiegelten. So würden in hiesigen Schaufenstern weniger Waren in Szene gesetzt.

„Die Anforderungen an Mobilität und Flexibilität der Auszubildenden und Arbeitnehmer beinhalten neben einer guten beruflichen Ausbildung auch die Erfahrung mit Sprache und Kultur der Nachbarländer. Dies ist ein Anfang dazu“, sagt Schulleiter Thomas Gurdon.

Quelle: Eschweiler Nachrichten vom 19. März 2015