Statt Mathe Kultur pur im Stadttheater

Die Technikschüler des Berufskollegs besuchen die „West Side Story“. Alternative zum Alltagan der Schule. Mehrere Firmenbesichtigungen.

Für die Schüler der Berufsfachschule für Technik (TBS13) war dies ein besonderes Ereignis: Sie trafen sich nicht am Berufskolleg, sondern im Aachener Stadttheater. Für viele der 20 Schüler war es der erste Theaterbesuch. Daher sprach die Theaterpädagogin Mira Loos zuvor mit den Schülern über ihre Erwartungen und das angemessenen Verhalten während des Besuches. Die jungen Leute, aber vor allem die zwei begleitenden Lehrerinnen Lena Bielefeld und Miriam Steffens sowie die Sozialpädagogin Gabi Kämpfe, sahen dem Beginn der Vorstellung mit viel Spannung entgegen.

Stadttheater
Schauspiel statt Technik: Die Schüler der TBS13 mit ihrer Klassenlehrerin Miriam Steffens und der Stellvertreterin Lena Bielefeld besuchten das Stadttheater in Aachen. Foto: Pascal Bender


Außerschulischer Lernort

Warum gehen Schüler einer technisch ausgerichteten Klasse ins Theater? „Schule sollte mehr bieten als reine Stoffvermittlung“, meint die Klassenlehrerin Miram Steffens. „Außerschulische Lernorte gehören mit zum Konzept der Berufsfachschule. Wir haben Betriebsbesichtigungen bei den Firmen Aurubis und Berzelius sowie der Müllverbrennungsanlage gemacht, waren im Automatisierungslabor der Rheinischen Fachhochschule Köln und werden auch noch im Mai die hochautomatisierte Fertigung in den Ford-Werken sehen“, berichtet sie. Da runde ein Theaterbesuch das Programm ab, zumal die „West Side Story“ mit ihrer Geschichte um Liebe, Gewalt, Banden und Ausländerproblematik thematisch sehr dicht an der Lebenswirklichkeit vieler Schüler angesiedelt sei.

Das Theaterstück wurde zudem im Religions- und Deutschunterricht vorbereitet. „Schule darf auch einmal Spaß machen. Die West Side Story ist bei allen pädagogischen Ansätzen ein tollen Stück Musik, das unseren Schülern hilft, über den Tellerrand hinauszusehen“, begründet Schulleiter Thomas Gurdon das Engagement für den anderen Lernort.

Das ausverkaufte Stück dauerte insgesamt drei Stunden, unterbrochen von einer halbstündigen Pause. Die 24 Schauspieler tanzten, sangen und kämpften mit viel Spielfreude und Energie. Die krankheitsbedingten Ausfälle von einigen Akteuren fielen überhaupt nicht auf, und am Ende wurde den Schauspielern und Musikern mit minutenlangem Applaus und Standing Ovations für einen tollen Abend gedankt.

Auch die Schüler der TBS13 waren begeistert, wie sie es in der Nachbesprechung mit der Theaterpädagogin und der Klassenlehrerin kundtaten.

Quelle: Eschweiler Zeitung vom 4. April 2015