Gesundheitstage am Berufskolleg

Insgesamt 27 Angebote mit über 200 Kursen informieren die Schüler. Essstörungen vorbeugen und ein gesundes Körpergefühl entwickeln.

Gesundheit gehört zu den wichtigsten Voraussetzungen, um leistungsfähig zu sein beziehungsweise zu bleiben. Dies gilt auch und nicht zuletzt für Schüler jeden Alters.

Gesundheitstage
Lehrgang zum Thema Erste Hilfe: Lehrerin Catrin Göddertz zeigte den Schülern des Berufskollegs, was im Falle eines Falles zu tun ist, um einem Verletzten rechtzeitig helfen zu können.
Gesundheitstage
Lecker und gesund sind keine Gegensätze, wie Referendarin Bente Terveer mit selbstgemachtem „Fingerfood“ unter Beweis stellte.

 

Doch oft scheint es auch für junge Menschen attraktiver zu sein, auf der Couch zu liegen oder vor dem Computer zu sitzen und zu „zocken“, als sich körperlich zu betätigen. Und natürlich ist es einfacher, ein Fertiggericht in die Mikrowelle zu schieben, als „mühsam“ am Herd zu stehen, um eine Mahlzeit zuzubereiten.

Dass es auch anders geht, machten nun die Verantwortlichen des Berufskollegs Eschweiler deutlich. Während der „Gesundheitstage 2015“ hatten die Schüler von Montag bis Donnerstag die Gelegenheit, sich mit der gesamten Bandbreite der Themen Gesundheit, Ernährung und Fitness sowie mit alternativen Sportangeboten auseinanderzusetzen.

In Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern AOK Rheinland/Hamburg, der Techniker Krankenkasse, dem Deutschen Roten Kreuz, dem Malteser Hilfsdienst, der Fachstelle für Suchtvorbeugung der Städteregion Aachen, der Aidshilfe Aachen sowie dem Frauennotruf Aachen reichte das Angebot vom Küchenparcours und der Zubereitung von Fingerfood über die Gesundheitssprechstunde, eine Rückenschule und dem Stresstypen-Test bis hin zum Koordinationstraining, dem Cardio-Badminton und der Bewältigung eines Fitness-Parcours. Doch auch Drogenprävention, Aufklärung über Essstörungen, Aids-Prävention für Frauen, Erste Hilfe-Kurse sowie die Gelegenheit zur Blutspende standen auf dem Programm.

Nach der gelungenen Premiere im Vorjahr hatten Studiendirektor Andreas Perscheid als Koordinator des Gesundheitsbereiches am Berufskolleg Eschweiler, Lehrer Jörg Schwarz als Organisator der Gesundheitstage sowie deren Kollegin Monika Mattner, die die Kontakte zu den Kooperationspartnern knüpfte, mit viel Kreativität ein Programm auf die Beine gestellt, das 27 Angebote mit mehr als 200 Kursen beinhaltete. Doch eine solche Bandbreite tue auch Not, ist Jörg Schwarz überzeugt: „Bewegungsarmut und daraus resultierendes Übergewicht, aber auch andere Essstörungen gehören zu den neuen Zivilisationskrankheiten“, macht der Pädagoge deutlich.

Viele Schüler lernten während des viertägigen Projekts quasi neue Welten kennen und seien dankbar für diese Erfahrungen. „Das Kochen ist beispielsweise eine Kulturtechnik, die in zahlreichen Elternhäusern nicht mehr vermittelt wird. In dieser Hinsicht müssen wir dann in die Bresche springen“, erläutert auch Schulleiter Thomas Gurdon die Notwendigkeit der Initiative „Gesundheitstage“. Denn: „Gesundheit ist eine Grundvoraussetzung, um in der Schule konstruktiv mitarbeiten zu können.“ Zahlreiche Themenkomplexe gehörten bereits seit Jahren zum Schulprogramm am Berufskolleg Eschweiler. „Die Gesundheitstage machen es nun möglich, diese Themen zu bündeln“, ist Thomas Gurdon vom Konzept überzeugt.

Eine wichtige Anlaufstelle für die Schüler war während der viertägigen Veranstaltung die interaktive Ausstellung „Klang meines Körpers“, die das Thema „Essstörungen“ in den Mittelpunkt stellte: „Nach Experten-Schätzung ist inzwischen nahezu jeder fünfte Jugendliche von einer Essstörung betroffen“, unterstreicht Frank Müller, Präventionsexperte der AOK Rheinland/Hamburg. In der Gesellschaft sei diese Zahl jedoch nach wie vor ein Tabu. Teil der Ausstellung sind Materialien, die sechs von einer Essstörung betroffene junge Menschen, darunter auch ein Junge, zusammengetragen haben. „Diese Gegenstände sollen die jungen Betrachter zur Diskussion, Aktion und zum Nachdenken über ihre Ängste und Wünsche anregen“, ergänzt Ernährungswissenschaftlerin Leonie Frings-Reinke, die moniert, dass jungen Menschen durch Modemagazine und Fernsehsendungen der Eindruck vermittelt werde, Idealgewicht und Idealmaße seien im Hinblick auf den eigenen Körper das Maß der Dinge.

Deshalb ging die Ernährungsexpertin gemeinsam mit den Schülern in Workshops, die unter der Überschrift „Du bist, was Du isst“ standen, der Frage nach, wie eine gesunde und vernünftige Ernährung zu gestalten ist und welche Lebensmittel unbedingt dazugehören.

Quelle: Eschweiler Zeitung vom 27. Juni 2015