Wenn Roboter zu Ringern werden

Am Berufskolleg bauen und programmieren Schüler ihre selbstkonstruierten Roboter-Prototypen für „Sumo-Kämpfe“ in der Spezial-Arena. Vielzahl von Sensoren lässt Lego-Gestalten reagieren.

Sumo-Ringen während des Informationstechnik-Unterrichts? Undenkbar? Am Berufskolleg Eschweiler keinesfalls! Während der Projekttage der Höheren Berufsfachschule für Technik mit dem Schwerpunkt Elektrotechnik lautete die Aufgabe der Schüler nun zum Abschluss des ersten von zwei Schuljahren, aus Lego-Einzelteilen zunächst einen fahrbaren Roboter zu konstruieren und diesen so zu programmieren, dass er in einem abgesteckten Raum einen „Gegner“ aufspürt und diesen wie ein Sumo-Ringer von der „Kampffläche“ verdrängt.

Projekttage
Ring frei zur ersten Runde: Schüler der Höheren Berufsfachschule für Technik präsentieren Schulleiter Thomas Gurdon ihre „Sumo-Roboter“, die sie während der Projekttage eigenständig konstruierten und programmierten.

 

„Im vergangenen November wurden im Rahmen von Projekttagen bereits erste Grundlagen in Sachen Programmierung der Roboter gelegt. Diesmal hatten die Schüler, aufbauend auf dem im Unterricht erworbenen Wissen, komplexere Probleme zu lösen“, betont Bildungsgangleiter Michael Joußen, der gemeinsam mit seinem Lehrer-Kollegen Florian Bauer die Projekttage leitete. So bauten die aus jeweils zwei Schülern bestehenden Teams zunächst fahrbare Roboter und versahen diese mit Licht-, Schall-, Ultraschall- und Drucksensoren sowie Motoren- und Lautsprecheraktoren.

Kreativität und Technik

„Neben der Kreativität verlangte die Aufgabe auch ein Gefühl für Konstruktionstechnik. Die Daten der Sensoren müssen nämlich durch selbstgeschriebene Programme ausgewertet werden, damit anschließend geeignete Steuersignale für die Aktoren generiert werden können. Die Roboter müssen sozusagen merken, wo sie sich befinden, den anderen Roboter aufspüren und sich in eine bessere Position als der Gegner bringen, um diesen aus dem abgesteckten Bereich drängen zu können“, erklärt Michael Joußen. Hochmotiviert gingen die Berufsfachschüler ans Werk, schließlich galt es nach dem Abschluss der Arbeit, die Ergebnisse im Wettkampf zu testen. „Die Verbindung von Theorie und Praxis gibt den Schülern die Gelegenheit, die unterschiedlichsten Anforderungen zahlreicher Berufsumfelder kennenzulernen“, ist auch Schulleiter Thomas Gurdon überzeugt.

Eine These, die Michael Joußen ausdrücklich unterstützt: „Vor dem Wettkampf konnten die Gruppen ihre Konstruktionen testen und verbessern. Somit wurde der typische Ablauf einer Prototypenentwicklung durchlaufen. Und neben der Selbstständigkeit fördert die Arbeit in Kleingruppen auch die Teamfähigkeit der Schüler“, nennt der Pädagoge weitere positive Aspekte des Projekts. „Nicht zu vergessen, dass den Schülern die Möglichkeit zu einer eigenständigen Erfolgskontrolle gegeben wird“, ergänzt Thomas Gurdon, der unterstreicht, dass zahlreiche Unternehmen händeringend nach Auszubildenden im Bereich der Elektrotechnik suchen.

Und auch am Berufskolleg Eschweiler sind im Hinblick auf das Schuljahr 2015/2016 noch einige Plätze in der Höheren Berufsfachschule für Technik frei, um nach den Sommerferien den einen oder anderen weiteren Sumo-Roboter auf die Matte schicken zu können.

Quelle: Eschweiler Zeitung vom 24. Juni 2015