Wissenswertes über die Arbeit des Finanzamtes

Im Rahmen des Projektes „Schule und Steuern“ sind Mitarbeiter der Behörde Aachen-Stadt zwei Tage lang am Berufskolleg Eschweiler zu Gast

Finanzamt? Steuern? Begriffe, die bei den meisten Menschen nicht unmittelbare Freudenausbrüche verursachen. Doch wo liegen eigentlich genau die Aufgaben der Mitarbeiter der Finanzämter und wofür werden Steuereinnahmen benötigt und eingesetzt? Fragen, die nun den Schülern der Höheren Handelsschule am Berufskolleg Eschweiler beantwortet wurden.

Finanzamt
Ingrid Luzat, Ausbilderin für den mittleren Dienst beim Finanzamt Aachen-Stadt, brachte den Höheren Handelsschülern des Berufskollegs Eschweiler ihre Institution und deren Aufgaben näher und informierte darüber hinaus über den Sinn von Steuern.

 

Mit Ausbildungsleiter Guido Wottrich sowie den Ausbildern Ingrid Luzat, Alexandra Steins, Christian Kommoss und Alois Endres waren fünf Mitarbeiter des Finanzamtes Aachen-Stadt im Rahmen des Projekts „Schule und Steuern“ zwei Tage lang an der indestädtischen Schule zu Gast, um den Jugendlichen die Aufgaben des Finanzamtes und nicht zuletzt auch den Sinn von Steuern zu erläutern.

„In der Bevölkerung bestehen Vorbehalte und Vorurteile gegenüber der Institution sowie der Erhebung von Steuern. Auch deshalb soll den Schülern anschaulich vermittelt werden, dass der Sozialstaat die Bedürfnisse und Erwartungen der Bürger nur erfüllen kann, wenn die Solidargemeinschaft ihren Beitrag leistet“, betont Peter Haepp, Bildungsgangleiter am Berufskolleg Eschweiler.

Und so machten am Montagvormittag Ingrid Luzat, Ausbilderin für den mittleren Dienst, und Christian Kommoss, Ausbilder für den gehobenen Dienst, den jungen Zuhörern zu Beginn ihrer rund 90-minütigen Präsentation deutlich, wofür der Staat die Steuereinnahmen unter anderem benötigt. Etwa für den Straßenbau.

Beispiele aus dem Finanzwesen

„Was glaubt ihr, wieviel ein Meter Autobahn kostet?“, lautete eine der Eröffnungsfragen der Dozenten in Richtung der Schüler. Deren Schätzungen lagen weitestgehend bei mehreren hundert Euro. Weit gefehlt! „Ein Meter geteerter Asphalt kostet 7900 Euro“, überraschte Christian Kommoss und legte gemeinsam mit Ingrid Luzat nach. „Ein Tag Schule kostet pro Schüler 23,50 Euro, ein Leiterwagen der Feuerwehr etwa 600 000 Euro und ein Polizeihubschrauber steht mit rund fünf Millionen Euro zu Buche.“ Steuergelder gingen unter anderem in die Finanzierung von Krankenhäusern, Universitäten, Bibliotheken, Sportstätten, Freizeitbädern und Sozialleistungen ein. Insgesamt hätten die gesamten Steuereinnahmen im zurückliegenden Jahr bei 620 Milliarden Euro gelegen, wobei die Umsatzsteuer, die neben der Einkommenssteuer die wichtigste der alles in allem 30 Steuerarten darstelle, mit 197 Milliarden Euro den Löwenanteil eingebracht habe.

„Die unterschiedlichen Sätze der Umsatzsteuer liegen bei sieben beziehungsweise 19 Prozent“, erörterte Christian Kommoss weiterhin, um die Unterschiede am Beispiel eines Supermarkt-Kassenbons zu erklären.

Unterschiedliche Steuersätze

„Sieben Prozent werden bei lebensnotwendigen Lebensmitteln, etwa Wasser, erhoben. Nicht lebensnotwendige Lebensmittel, zum Beispiel Limonaden, werden mit 19 Prozent versteuert“, so der Ausbilder.

Anhand der Steuerkurve machte Ingrid Luzat deutlich, dass durch die sogenannte Progression Menschen, die höhere Einkommen generieren, auch höhere Steuern zu zahlen haben. „Der Leitsatz lautet: Der, der mehr leisten kann, kann auch in Sachen Steuern mehr zahlen“, unterstrich die Referentin, die jedoch auch betonte, dass sich dieses Prinzip noch lange nicht bei allen Menschen herumgesprochen habe.

„Es muss aber klar sein, dass Steuerhinterziehung der Allgemeinheit Schaden zufügt!“, ließen Ingrid Luzat und Christian Kommoss keine Zweifel offen.

Quelle: Eschweiler Zeitung vom 11. Juni 2015