Berufsschüler gestalten Roboter

Spannende Projekttage am Berufskolleg.

Pauken von theoretischen Formeln und Frontalunterricht mit Abfragen des Schülers an der Tafel? Auch heutzutage lassen sich diese Bestandteile des Schulalltags sicherlich nicht ganz vermeiden. Doch im Vergleich zu vergangenen Schulzeiten rückt die berufsbezogene Praxis immer stärker in den Vordergrund. Auch und vor allem am Berufskolleg Eschweiler.

Projekttage
Wie funktioniert eine „Wechselschaltung“? Zwei Tage lang beschäftigten sich angehende Automatisierungstechniker der Höheren Berufsfachschule für Technik während der Projekttage des Berufskollegs mit dieser Problemstellung in Theorie und Praxis. Foto: Andreas Röchter

Im Rahmen der Projekttage der Höheren Berufsfachschule für Technik setzten sich nun angehende Automatisierungstechniker mit dem Thema „Wechselschaltung“ zum Schalten einer Beleuchtung mit zwei unterschiedlichen Schaltstellen auseinander, während zukünftige Informationstechniker sich der Programmierung von LEGO-Mindstorms-Robotern widmeten.

„Projekttage geben den Schülern die Gelegenheit, sich über einen längeren Zeitraum und ohne die im normalen Unterricht zwangsläufig vorkommenden Unterbrechungen mit einem komplexen berufstypischen Problem zu beschäftigen“, erklärt Lehrer Uwe Scheunemann, der gemeinsam mit seinen Kollegen Michael Joußen, Florian Bauer und Arndt Buhmann für die Projekttage verantwortlich zeichnet.

Die Motivation der Schüler steige nicht zuletzt durch die Aussicht, eine Problemstellung in absehbarer Zeit umfassend abschließen zu können. Und wie weitreichend die Aufgabenstellungen waren, zeigt ein Blick auf den Arbeitsauftrag der Automatisierungstechniker: „Zunächst mussten die Schüler den Materialbedarf ermitteln sowie durch Internetrecherche typische Kosten ermitteln. Dann galt es, in der Praxis eingesetzte Leitungstypen fachgerecht zu konfektionieren und normgerecht auf Holzplatten zu verlegen und zu verdrahten. Fehler waren durch selbstständige Diagnosen zu korrigieren“, fasst Uwe Scheunemann zusammen. Der Pädagoge ergänzt, dass die Aufgabenstellung sowohl die Selbstständigkeit der Schüler fördere, andererseits aber durch die Arbeit in Kleingruppen auch die Teamfähigkeit gesteigert werde.

Die Aufgabe der Informationstechniker sah unter anderem vor, das seit Schuljahresbeginn erworbene Wissen in puncto Programmieren auf eine andere Umgebung mit leicht veränderter Programmiersprache zu übertragen, um den Robotern die vorgesehenen Fähigkeiten „beizubringen“. Dann wurden die Roboter zusammengebaut und mit Sensoren (Licht, Schall, Ultraschall und Druck) sowie Aktoren (Motoren und Lautsprecher) versehen. „Hier war neben Kreativität auch ein Gefühl für Konstruktionstechnik gefragt, denn die Daten der Sensoren mussten durch selbstgeschriebene Programme ausgewertet und daraus geeignete Steuersignale für die Aktoren generiert werden“, erläutert Florian Bauer.

Zum Ende des Schuljahres folgt die Fortsetzung der Projekttage. Dann lautet die Programmieraufgabe, die Roboter nicht „nur“ in Bewegung zu bringen, sondern sie als „Sumo-Ringer“ gegeneinander antreten zu lassen.

Quelle: Eschweiler Zeitung vom 19. November 2015