Dachdecker/Dachdeckerin

Nachholtage TDD05A

Nachholtage TDD05B

Nachholtage TDD06A

Nachholtage TDD06B

Nachholtage TDD07A

Nachholtage TDD07B

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Ausbildungsorte

Die Ausbildung findet im Betrieb, in der überbetrieblichen Ausbildungsstätte und der Berufsschule statt.

Arbeitsgebiet

Dachdecker und Dachdeckerinnen decken Steildächer, bekleiden Außenwände, dichten Flachdächer und Grundmauern ab und führen Reparaturen durch. Dabei kommt eine Vielzahl von Werkstoffen zur Anwendung, z.B. Dachziegel und -steine, Schiefer, Faserzement, Metalle, Bitumen- und Kunststoffbahnen, Holz- und Bitumendachschindeln. Sie stellen Holzkonstruktionen, z. B. Dachstühle, her, bringen Unterkonstruktionen an und fertigen Rohre, Rinnen und Fertigteile zur Ableitung von Oberflächenwasser an, bauen Sonnenkollektoren und photovoltaische Elemente auf Dach- und Wandflächen ein und errichten Anlagen für den Blitzschutz.

Berufliche Qualifikationen

Dachdecker und Dachdeckerinnen führen diese Arbeiten anhand technischer Unterlagen und der Anweisungen des Meisters selbständig durch. Sie richten Baustellen ein, planen die Arbeitsschritte und treffen Maßnahmen zur Sicherstellung der Arbeitsabläufe sowie zur Wahrung der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes. Sie überprüfen ihre Arbeit, führen die Endkontrollen durch, fertigen Aufmaße an und räumen die Baustellen.

Hierbei kommen folgende mit der Berufsausbildung erworbenen Qualifikationen zur Anwendung:

Herstellen von Holzkonstruktionen für Dachstühle und Fachwerkwände,
Herstellen von Wärmedämmungen,
Decken von Dach- und Wandflächen mit Schiefer, Dachplatten, Schindeln, Wellplatten, Dachziegeln und Dachsteinen,
Abdichten von Dachflächen mit Kunststoffen und bituminösen Werkstoffen,
Abdichten von Wand- und Bodenflächen mit Kunststoffen und bituminösen Werkstoffen gegen Bodenfeuchtigkeit und gegen nichtdrückendes Wasser,
Ausführen von Deckungen mit Blechen,
Herstellen von Unterkonstruktionen für Außenwandbekleidungen,
Bekleiden von Außenwänden,
Herstellen des Aufbaus und der Schichtenfolge für Dachbegrünungen,
Einbauen von Vorrichtungen zur Ableitung von Oberflächenwasser,
Einbauen von "Energiesammlern" und "Energiewandlern",
Errichten von Blitzschutzanlagen für den äußeren Blitzschutz,
Reparieren von Dach- und Wandflächen sowie von Holzkonstruktionen.

 

Stundentafel:

(Zusammenstellung der Unterrichtsstunden für 40 Unterrichtswochen eines Ausbildungsjahres)

Dachdecker/Dachdeckerin

 

1. Schul-/Ausbildungsjahr

2. Schul-/Ausbildungsjahr

3. Schul-/Ausbildungsjahr

Berufsübergreifender Bereich

Religionslehre

40

40

40

Politik/Gesellschaftslehre

40

40

40

Deutsch/Kommunikation

40

40

40

Sport/Gesundheitsförderung

40

40

40

Berufsbezogener Bereich

Wirtschafts- und Betriebslehre

40

40

40

Werkstofftechnik

80

80

80

Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik

120

120

140

Technische Kommunikation

80

80

60

Differenzierungsbereich

Differenzierung

(80)

(80)

(80)

Insgesamt

480 (80)

480 (80)

480 (80)

 

Hinweise zum berufsübergreifenden Bereich

Der Unterricht in den Fächern des berufsübergreifenden Bereiches (Religionslehre, Politik/Gesellschaftslehre, Deutsch/Kommunikation, Sport/Gesundheitsförderung) ist Bestandteil der beruflichen Bildungsgänge. So weit wie möglich setzen Lehrerinnen und Lehrer diese Fächer thematisch und methodisch in fächerübergreifender Kooperation untereinander und mit dem berufsbezogenen Bereich um.

Hinweise zum berufsbezogenen Bereich

Die Inhalte sogenannter Lernfelder (vgl. unten) werden unter regionalen Aspekten und dem jeweiligen Stand der Technik unterrichtet. Dabei werden die Schüler entsprechend ihrem Lernfortschritt verstärkt in die Planungsprozesse zur Erabeitung des Stoffes einbezogen.

a) Werkstofftechnik

Das Zusammenwirken aller Funktionsschichten einschließlich der Unterkonstruktion muß bei der Planung berücksichtigt werden. Spezielle Dachkonstruktionen erfordern spezielle Werkstofftechniken. Die Werkstoffauswahl ist abhängig von der Dachkonstruktion sowie den ökonomischen und ökologischen Bedingungen. Die Werkstoffe des Dachdeckers/der Dachdeckerin sind fachgerecht, objektbezogen und unter Berücksichtigung bauphysikalischer Grundsätze auszuwählen, zu prüfen, einzusetzen und zu bewerten. Auch die Notwendigkeit der Qualitätssicherung soll erkannt werden und Verantwortungsbewusstsein für wirtschaftlichen und ökologisch verträglichen Materialeinsatz entwickelt werden.

b) Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik

Die berufsspezifischen Arbeitsregeln und Arbeitstechniken, insbesondere die Grund- und Fachregeln des deutschen Dachdeckerhandwerks, sollen in wesentlichen Teilen beherrscht, fachgerecht ausgewählt und objektbezogen angewendet werden. Hierfür sind technische und bauphysikalische Berechnungen erforderlich. Die Bereitschaft und Fähigkeit zur Arbeitsteilung und zur Teamarbeit wird gefördert bzw. entwickelt.

c) Technische Kommunikation

Technische Texte, Tabellen, Skizzen und Zeichnungen sind zu lesen, umzusetzen und auch - soweit es für die berufliche Qualifikation erforderlich ist - anzufertigen. Die Unterstützung durch die EDV ist zunehmend zu nutzen. Die Bedeutung von Planungsvorgaben, Normen, Grund- und Fachregeln, Produktdatenblätter und der Unfallverhütungsvorschriften muss erkennbar werden.
Der Abhängigkeit des Werkstoffeinsatzes von der Vielfalt der möglichen Dachkonstruktionen, Dachformen und Dachdetails ist in besonderem Maße Rechnung zu tragen, z.B. durch zeichnerische Darstellungen in geeigneten Schnitten, Ansichten und Perspektiven. Die grafische Ermittlung wahrer Längen und Flächen ist für die Arbeiten des Dachdeckers von Bedeutung für die Veranschaulichung

Hinweise zum Differenzierungsbereich

In Abhängigkeit von den Leistungen der Schüler und den Möglichkeiten der Schule werden Kurse zur Stützung, Vertiefung und Erweiterung durchgeführt. Im schuleigenen Haustechniklabor sind Versuche z.B. zur Sonnenenergie- und Regenwassernutzung, zu Wärmedämmaßnahmen, zum Treibhauseffekt, zum Drainageverhalten, zu Winddruck/sogkräften und zur Wetterbeobachtung möglich.

Beispiel für ein Lernfeld

Um den in der täglichen Praxis auftretenden Problemstellungen und Arbeitssituationen gerecht zu werden, erfolgt die Vermittlung des gesamten Unterrichtsstoffes nicht mehr, wie früher üblich, getrennt nach Fächern, sondern fächerübergreifend in sogenannten Lernfeldern. Zur Erläuterung ist als Beispiel für ein solches Lernfeld (aufgeteilt in mehrere Lernsituationen) das -Decken eines geneigten Daches- aus dem ersten Ausbildungsjahr dargestellt :

Decken eines geneigten Daches

Lernsituation 1: Auswechseln von Dachziegeln nach einem Sturmschaden
Regensicherheit, Dichtigkeit
Regeldachneigung
Höhen- und Seitenüberdeckung
Deckungsarten
Dachziegel (Eigenschaften, Typen, Formmerkmale)
Anseilschutz
Lernsituation 2: Einbau eines Dachflächenfensters
Dachtragwerke
Konstruktiver Dachaufbau
Dachsteine (Eigenschaften, Typen, Formmerkmale)
Ermittlung von Längen und Flächen
Dachschutzwände
Lernsituation 3: Decken eines allseitig offenen Carports mit Satteldach
Dachformen, Dachaufbauten
Ermittlung von Decklänge und Deckbreite
Werkstoffbedarfsermittlung
Ausführung von Details (Traufe, First, Ortgang)
Perspektivische Darstellungsformen
Zeichnen in drei Ansichten
Gefahrstoffe
Lernsituation 4: Feuchteschäden an einem flach geneigten Dach
Unterkonstruktionen
Handskizzen
Bemaßung
Schnitte

Besonderheiten am Berufskolleg Eschweiler:

Mitarbeit der Lehrer in den Gesellenprüfungsausschüssen
Enge Zusammenarbeit mit den Innungen und der Handwerkskammer
Kontakte zum Landesinnungsverband
Umfangreiche Lehrmittelsammlung
Mitarbeit bei der Neufassung der Lehrpläne auf Landes- und Bundesebene