Ausbildungsberuf

Anlagenmechaniker/Anlagenmechanikerin für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik

Schultage

Ab dem Schuljahr 2003/2004 erfolgte die Zusammenlegung der SHK-Handwerksberufe (Zentralheizungs- und Lüftungsbauers und Gas-Wasser-Installateurs) zu dem neuen Ausbildungsberuf des/der Anlagenmechaniker/in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik.



ALLGEMEINE BESCHREIBUNG DES AUSBILDUNGSBERUFES



Ausbildungsdauer

Die Ausbildungsdauer beträgt 3,5 Jahre.

Die schulische Ausbildung der Anlagenmechaniker findet am Berufskolleg Eschweiler im Blockunterricht statt; d.h. die Auszubildenden besuchen im Schnitt alle drei Wochen eine Woche lang die Schule.

 



Ausbildungsorte

Die Ausbildung findet

im Betrieb,

in den überbetrieblichen Ausbildungsstätten und

der Berufsschule statt.

 



Arbeitsgebiet

Der/die Anlagenmechaniker/in übt seine/ihre Tätigkeiten im Handwerk und in der Industrie aus, wobei seine/ihre Einsatzorte hauptsächlich Baustellen, Werkstätten und Dienstleistungsbereiche sind.

Am Ende der dreieinhalbjährigen Ausbildung sollen die Anlagenmechaniker/innen SHK in der Lage sein

in einem Ein- bis Zweifamilienhaus versorgungstechnische Anlagen einfacher Bauart selbständig zu installieren.

komplexe versorgungstechnische Anlagen unter Anleitung zu erstellen.

 

Anlagenmechaniker/innen SHK führen diese Arbeiten anhand technischer Unterlagen und der Anweisungen des Meisters selbständig durch. Sie richten Baustellen ein, planen die Arbeitsschritte und treffen Maßnahmen zur Sicherstellung der Arbeitsabläufe sowie zur Wahrung der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes. Sie überprüfen ihre Arbeit, führen die Endkontrollen durch, fertigen Aufmaße an, räumen die Baustellen und weisen die Kunden ein.

Hierbei gehören zur Versorgungstechnik die folgenden vier Handlungsfelder:

Wärme (Heizung),

Wasser (Sanitär),

Luft (Klima) und

Umwelt (z.B. Regenwassernutzung, Wärmepumpen, Solaranlagen).

 

Zusätzlich ist für alle Auszubildenden dieses Berufes eine Qualifikation zur Elektrischen Fachkraft für versorgungstechnische Anlagen vorgesehen. Diese beinhaltet die Verdrahtung und das Anschließen der versorgungstechnischen Anlagen, die entsprechende Regelungstechnik und die Unfallverhütungsvorschriften nach VBG 4.



Berufliche Qualifikationen

Die Kernqualifikationen des/der Anlagenmechanikers/in unterteilen sich in die Grundqualifikationen des Metallbereichs (Sägen, Feilen, Bohren, Schweißen, Löten usw.) und die spezifischen Fachqualifikationen der Versorgungstechnik.

Zu den beruflichen Qualifikationen gehören (= spezifischen Fachqualifikationen der Versorgungstechnik):

Das Planen und Steuern von Arbeitsabläufen, das Kontrollieren und beurteilen von Arbeitsergebnissen und das Anwenden von Qualitätsmanagementsystemen.
Das Montieren und Demontieren von Rohrleitungen, Kanälen und Komponenten von Ver- und Entsorgungstechnischen Anlagen, sowie deren Transport und Sicherung.
Das Installieren und Prüfen von Baugruppen und Anlagenkomponenten.
Das Prüfen der Funktionen von versorgungstechnischen Anlagen und Systemen, deren Einstellung und Optimierung.
Die Inbetriebnahme von versorgungstechnischen Anlagen und Systemen.
Die Übergabe der versorgungstechnischen Anlagen und Systemen und die Einweisung des Kunden.
Die Durchführung von Inspektionen, Wartungen und Instandsetzungsmaßnahen von versorgungstechnischen Anlagen und Systemen.
Die Beratung und Betreuung von Kunden in Bezug auf Produkte und Dienstleistungen des Betriebes unter Beachtung ökonomischer und ökologischer Aspekte.
Das Installieren von Regel-, Steuer, Sicherheits- und Überwachungseinrichtungen von versorgungstechnischen Anlagen und Systemen, deren Einstellung auf die Sollwerte und deren Prüfung.

Neben der Vermittlung von fachlicher Kompetenz werden entsprechend dem Rahmenlehrplan

kaufmännische Grundlagen,
berufsbezogenes Englisch und
informationstechnische Inhalte integriert.



Die Auszubildenden sollen sich auf eines oder mehrere Handlungsfelder spezialisieren. Diese vertiefte Ausbildung erfolgt ab dem dritten Lehrjahr und ist abhängig von Auftragslage des Betriebes. Der/die Auszubildende hat keinen Anspruch darauf, dass der Arbeitgeber Aufträge entsprechend den Spezialisierungswünschen des Lehrlings annimmt. Sollte sich der/die Auszubildende nicht betriebsintern spezialisieren können, steht ihm/ihr die Möglichkeit offen, sich überbetrieblich und/oder im Berufskolleg differenziert weiterzubilden. Angedacht ist ein Anteil von siebzig bis achtzig Prozent für die Lehre in allen vier Handlungsfeldern und zwanzig bis dreißig Prozent für die vertiefte Ausbildung.



AUSBILDUNGSORT BERUFSKOLLEG



Hinweise zum berufsübergreifenden Bereich

Der Unterricht in den folgenden Fächern des berufsübergreifenden Bereiches ist Bestandteil der beruflichen Bildungsgänge:

Religionslehre,
Politik/Gesellschaftslehre,
Deutsch/Kommunikation,
Sport/Gesundheitsförderung.

So weit wie möglich setzen Lehrerinnen und Lehrer diese Fächer thematisch und methodisch in fächerübergreifender Kooperation untereinander und mit dem berufsbezogenen Bereich um.

Hinweise zum berufsbezogenen Bereich

Die Auswahl und Strukturierung von Unterrichtsinhalten erfolgt nicht primär durch die Orientierung an klassischen Unterrichtsfächern, sondern durch die Orientierung an Lernfeldern. Der Unterricht im Rahmen dieser Lernfelder spiegelt in den vom Bildungsgang entwickelten Lernsituationen und Lernaufgaben die exemplarischen Arbeits- oder Geschäftsprozessen der Handlungsfelder des Ausbildungsberufs wider.

Die Inhalte der Lernfelder werden unter regionalen Aspekten und dem jeweiligen Stand der Technik unterrichtet. Dabei werden die Schüler entsprechend ihrem Lernfortschritt verstärkt in die Planungsprozesse zur Erarbeitung des Stoffes einbezogen.

Lernfelder des Ausbildungsberufes Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik:

1. Ausbildungsjahr

Lernfeld 1:

Fertigen von Bauelementen mit handgeführten Werkzeugen

Lernfeld 2a:

Bearbeiten von Anlagenteilen mit Maschinen

Lernfeld 2b:

Bearbeiten von Kundenaufträgen in SHK-Betrieben

Lernfeld 3:

Herstellen von einzelnen Baugruppen

Lernfeld 4:

Warten technischer Systeme

2. Ausbildungsjahr

Lernfeld 5:

Installieren von Trinkwasseranlagen

Lernfeld 6:

Installieren von Entwässerungsanlagen

Lernfeld 7:

Installieren von Wärmeverteilungsanlagen

3. Ausbildungsjahr

Lernfeld 8:

Ausstatten von Sanitärräumen

Lernfeld 9:

Installieren von Wärmeerzeugern

Lernfeld 10:

Einbinden und Einstellen von Komponenten der Heizungsregelung

Lernfeld 11:

Installieren von Anlagen zur Trinkwassererwärmung

Lernfeld 12:

Installieren von Brennstoffversorgungsanlagen

Lernfeld 13:

Installieren von raumlufttechnischen Anlagen

4. Ausbildungsjahr

Lernfeld 14:

Instandhalten von versorgungstechnischen Anlagen und Systemen

Lernfeld 15:

Integrieren ressourcenschonender Anlagen in Systeme der Gebäude- und Energietechnik



Am Berufskolleg Eschweiler erfolgt der Unterricht indem die Lernfelder der unterschiedlichen Handlungsfelder parallel laufen, wobei die aufbauenden Lernfelder zu den jeweiligen Handlungsfeldern nachfolgend unterrichtet werden. Die Ausbildung in den Lernfeldern der Grundqualifikationen findet mit berufsbezogenen Beispielen aus den Bereichen Heizung und Sanitär statt. Die Lehrer sind den verschiedenen Handlungsfeldern in dieser Mischform von teils aufeinander aufbauenden und teils parallel laufenden Lernfeldern zugeordnet. Der Unterricht wird innerhalb der Lernfeldern teils von Lehrerteams und teils durch einzelne Lehrer erteilt.

Beispiel für ein Lernfeld

Um den in der täglichen Praxis auftretenden Problemstellungen und Arbeitssituationen gerecht zu werden, erfolgt die Vermittlung des gesamten Unterrichtsstoffes nicht mehr, wie früher üblich, getrennt nach Fächern, sondern fächerübergreifend in Lernfeldern. Zur Erläuterung ist als Beispiel für ein solches Lernfeld, das in mehrere Lernsituationen aufgeteilt wird, das Lernfeld 3 aus dem ersten Ausbildungsjahr dargestellt:

Beispiel für Lernsituationen

Lernsituation 3.1 "Erneuerung von Trinkwasserverteilern" aus dem Lernfeld 3 "Herstellen von einfachen Baugruppen"

Die Situation:

In einem Dreifamilienhaus sind umfangreiche Sanierungsmaßnahmen durchgeführt worden. Hierbei sind die Bäder und die Heizungsanlagen erneuert und das Leitungssystem ausgetauscht worden. Die Etagenleitungen für das Trinkwasser sind aus Kunststoffrohr und die Steigleitungen aus Kupferrohr erstellt worden. Der Hausanschluss ist vom Wasserversorger erneuert worden. Der alte Trinkwasserverteiler aus verzinktem Stahlrohr, der provisorisch mit den neuen Leitungen verbunden wurde, soll demontiert werden.

Sie (= die Schüler) sollen nun in der Werkstatt einen neunen Trinkwasserverteiler aus Kupferrohr herstellen.

Der neue Verteiler soll den Hausanschluss mit den Steigleitungen und der neuen Kellerleitung verbinden. Ihr Chef hat Ihnen eine Skizze mitgegeben, auf der die neuen Steigleitungen, die Kellerleitung und der alte Verteiler eingezeichnet ist.



Ihre Aufgabe:

Planen Sie die Fertigung des Trinkwasserverteilers in Partnerarbeit!

Erstellen Sie dafür folgende Unterlagen:

(1) Eine Zeichnung des neuen Verteilers
(2) Eine Liste der benötigten Werkzeuge - Werkzeugliste -
(3) Eine Liste des benötigten Materials -Materialliste-

Mit dieser Lernsituation bearbeiten die Schüler folgende Lerninhalte:

Korrosionsproblematik (elektrochemische Korrosion, Spannungsreihe, Fließregel, Steinbildung, Kalkbildung)

Grundlagen der Elektrotechnik (Spannung, Ladung, Strom)

Eigenschaften von Wasser

Werkstoffeigenschaften (Eigenschaften von Kupfer, Eigenschaften von verzinktem Stahl)

Verbindungstechniken und Ihre Auswahlkriterien

Vorgehensweise beim Löten (Weich-Hart Lote, Flussmittel, UVV, Vorgehensweisen beim Pressen, Werkzeuge und Maschinen, Lösbare Verbindungen, Verschraubungen, Gewinde)

Absperrarmaturen (Eigenschaften der Bauarten insb. Strömung und Druckverluste, Bauformen, Materialien der Armaturen insb. Messing, Rotzguss)

Rohre und Fittings (Bezeichnung und Eigenschaften der Fittings, Dimensionen von Rohren, verschieden Durchmesser, System der Nennweiten)

Techn. Kommunikation (Lesen von Zeichnungen, Symbole der Armaturen, Bemaßungs- und Darstellungsregeln, Erstellen von Zeichnungen, Zeichenregeln, Z-Maß Methode)

 

Besonderheiten am Berufkolleg Eschweiler

Labor für Anlagen zur Nutzung regenerativer Energiequellen
Variable Laboranlagen zur Nachbildung von Anlagen und Systemen der Heizungs- und Sanitärtechnik
Umfangreiche Lehrmittelsammlung
Enge Zusammenarbeit mit der Innung und der Handwerkskammer
Mitarbeit der Lehrer in den Gesellenprüfungsausschüssen



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Rahmenlehrplan für den Ausbildungsberuf Anlagenmechaniker/in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik: Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 16.05.2003 www.mswf.nrw.de oder www.learn-line.de
Beschreibung und Übersicht zu den Lernfeldern der Anlagenmechaniker/in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik www.lernline.de/angebote/anlagenmechanikershk/index.html
Landsinstitut für Erziehung und Unterricht Stuttgart Lernfeldunterricht Anlagenmechaniker www.leu-bw.schule.de
Fachzeitschrift für Sanitär Heizung Klima Klempnerei, ikz praxis für Gebäude und Energietechnik www.mySHK.com
Berufsbegleitendes Magazin für die SHK-Handwerker, sbz monteur www.sbz-online.de